Eine der seltensten Spezialisierungen im Online-Unterricht. Barocke Verzierungskunst, Generalbassspiel, barocke Fingersätze und stilgetreue Interpretation — Bach, Scarlatti, Couperin, Händel.
Stunde buchen →Eine Live-Aufnahme von Mirco Lieber mit J. S. Bachs Toccata in e-moll — historisch informierte Artikulation und barocke Phrasierung auf dem Cembalo.
Mirco Lieber ist ein ausgebildeter Konzert-Cembalist mit tiefgreifender Expertise in historischer Aufführungspraxis. Er besitzt einen MMag. der MDW Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie der Musikakademie Ljubljana, mit Spezialisierung auf Konzertakkordeon, Cembalo, Orgel und Klavier — und über 30 Jahre Unterrichtserfahrung.
Der Unterricht umfasst barocke Verzierungskunst, Generalbassrealisierung, barocke Fingersätze und stilgetreue Interpretation direkt aus den Originalquellen — nicht aus modernen Ausgaben. Das Repertoire konzentriert sich auf Bach, Scarlatti, Couperin und Händel.
Anders als beim Klavier, wo Hämmer die Saiten anschlagen, werden beim Cembalo die Saiten durch kleine Federkiele (Plektren) gezupft, wenn eine Taste gedrückt wird. Das Ergebnis ist ein klarer, silbriger Klang ohne echte Anschlagsdynamik — Lautstärke lässt sich nicht durch stärkeres Drücken der Taste steuern. Genau das macht das Cembalo faszinierend: Ausdruck entsteht durch Timing, Artikulation, Phrasierung und Verzierung statt durch Kraft. Es ist ein Instrument, das Musikalität auf die reinste Weise verlangt und belohnt.
Für Pianisten ist der Umstieg auf Cembalo oft eine Offenbarung. Ohne Sustain-Pedal und ohne Anschlagsdynamik muss jede Verbindung zwischen Noten bewusst mit den Fingern gestaltet werden — eine Fähigkeit, die auch das Klavierspiel spürbar verfeinert. Viele Schüler beginnen daher mit einer Kombination aus Klavier- und Cembalounterricht, um beide Techniken parallel zu entwickeln.
Ja — und tatsächlich ist Cembalo eines der am seltensten online unterrichteten Instrumente überhaupt, weil es kaum ausgebildete Konzert-Cembalisten gibt, die diesen Spezialunterricht anbieten. Mirco Lieber ist einer davon: Er hat einen MMag. der MDW Universität Wien und der Musikakademie Ljubljana mit Spezialisierung auf Cembalo, unterrichtet seit über 30 Jahren und bringt Expertise in barocker Verzierungskunst, Generalbassspiel und historischer Aufführungspraxis mit. Der Unterricht findet 1-zu-1 live über Zoom statt — du brauchst nur eine stabile Internetverbindung und idealerweise eine Kamera, die deine Hände gut zeigt, damit Anschlag und Fingersatz genau beobachtet werden können. Behandelt werden Bach, Scarlatti, Couperin und Händel, dazu Generalbassrealisierung und stilgetreue Interpretation aus Originalquellen. Nach jeder Sitzung bekommst du eine Aufzeichnung sowie individuelle Übungsnotizen, damit du zwischen den Stunden gezielt und selbstständig weiterarbeiten kannst — genau wie im Präsenzunterricht, nur eben ortsunabhängig und flexibel in deinen eigenen vier Wänden.
Nein. Viele Schüler beginnen an einem anschlagdynamischen Digitalkeyboard oder Klavier und legen den Umstieg auf ein echtes Cembalo erst später, wenn ihr Interesse gefestigt ist oder ein Instrument verfügbar wird. Am Anfang liegt der Fokus ohnehin auf Fingertechnik, Artikulation und rhythmischem Gefühl — Fähigkeiten, die sich unabhängig vom konkreten Instrument entwickeln lassen und sich direkt übertragen, sobald du an einem echten Cembalo sitzt. Mirco Lieber passt den Unterricht entsprechend an: Er zeigt dir, wie du Anschlag, Verzierung und Artikulation so übst, dass sie später ohne Umgewöhnung auf ein historisches oder modernes Nachbau-Cembalo übertragbar sind. Sobald du bereit für ein eigenes Instrument bist, berät er dich auch gerne zu Auswahl und Kauf — vom einfachen einmanualigen Modell für Einsteiger bis zum zweimanualigen französischen Nachbau für fortgeschrittene Spieler. Viele Schüler mieten zunächst ein Instrument, bevor sie investieren.
Der Unterricht konzentriert sich auf zentrales Barockrepertoire — Bach, Scarlatti, Couperin und Händel — sowie Generalbassrealisierung, barocke Fingersätze und stilgetreue Interpretation direkt aus den Originalquellen, nicht aus modernen, oft irreführend edierten Ausgaben. Einsteiger beginnen häufig mit kleineren Stücken wie Bachs zweistimmigen Inventionen oder ausgewählten Menuetten aus dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach, um Anschlag und Phrasierung ohne Pedal zu erlernen. Fortgeschrittene arbeiten sich zu Bachs Französischen und Englischen Suiten, Scarlattis virtuosen einsätzigen Sonaten sowie Couperins ordres mit ihrer reichen Verzierungssprache vor. Wer sich für Generalbass interessiert, übt zusätzlich das Realisieren bezifferter Bässe aus Kammermusik und Kantaten der Zeit — eine Fähigkeit, die für historische Ensemblepraxis unverzichtbar ist. Das genaue Repertoire wird immer individuell an dein Niveau, deine Interessen und deine musikalischen Ziele angepasst. Neue Stücke werden meist im Wechsel mit technischen Übungen zu Verzierung und Fingersatz eingeführt, damit du nicht nur Repertoire ansammelst, sondern es auch stilistisch überzeugend spielen kannst.
Beim Klavier schlagen Hämmer die Saiten an, was Anschlagsdynamik erlaubt — spielt man eine Taste kräftiger, klingt sie lauter, sanfter gedrückt klingt sie leiser. Beim Cembalo werden die Saiten von einem kleinen Kiel gezupft, sodass jede Note bei praktisch gleicher Lautstärke klingt, egal wie kräftig oder sanft man die Taste drückt — eine anschlagsbasierte Dynamiksteuerung gibt es hier gar nicht. Ausdruck entsteht stattdessen vollständig durch Timing, Artikulation (wie Noten verbunden oder getrennt werden), Verzierung (Triller, Mordente und andere notierte oder improvisierte Ausschmückungen der Melodielinie) sowie Registrierung bei Instrumenten mit mehr als einem Saitenchor. Das ist eine grundlegend andere musikalische Fähigkeit als reine Lautstärkegestaltung — näher an der Phrasierung, die Sänger oder Blasinstrumentalisten verwenden. Wer beide Instrumente spielt, berichtet oft, dass Cembalo auch das Gefühl für Rhythmus und Artikulation am Klavier schärft, da man sich nicht mehr auf Dynamik verlassen kann, um musikalische Form zu erzeugen, und diese stattdessen durch Timing aufbauen muss.
Pianisten mit solider Grundtechnik können oft innerhalb weniger Monate erste barocke Stücke stilgerecht spielen, da die Fingertechnik weitgehend übertragbar ist — Fingersatz, Handhaltung und Notenlesen müssen nicht neu erlernt werden. Der eigentliche Lernprozess liegt in der Verzierungskunst, der Generalbassrealisation und dem stilistischen Verständnis: zu wissen, welche Triller und Vorschläge an welcher Stelle historisch korrekt sind, wie man einen bezifferten Bass frei realisiert und wie man ohne Anschlagsdynamik trotzdem musikalische Spannung aufbaut. Diese Fähigkeiten entwickeln sich über Jahre, wie bei jedem Instrument auf professionellem Niveau, und lassen sich nicht abkürzen — sie wachsen mit der Hörerfahrung und der Auseinandersetzung mit historischen Quellen. Anfänger ohne Klaviervorkenntnisse benötigen entsprechend länger, weil sie zunächst grundlegende Fingertechnik und Notenlesen aufbauen müssen, bevor die eigentliche Cembalo-Spezifik überhaupt greifen kann. Realistisch rechnet man hier mit ein bis zwei zusätzlichen Jahren.
Buche ein gratis 15-minütiges Kennenlerngespräch — unverbindlich, ohne Druck.
Kennenlerngespräch buchen →